Vergabeverzögerung

referenzen-wpNachdem durch eine Vielzahl von höchstrichterlichen Urteilen geklärt ist, dass das Risiko einer verspäteten Auftragserteilung der öffentliche Auftraggeber zu tragen hat und auch klargestellt wurde, dass ursprüngliche Vertragsangebote inhaltlich konserviert werden und der verzögerte Zuschlag auf das unveränderte Angebot zustande kommt, stehen nunmehr baubetriebliche Problemstellungen im Fokus der Beteiligten. Mit der Entscheidung des BGH, dass nur diejenigen tatsächlich entstandenen Kosten, die ursächlich auf die Verschiebung der Bauzeit aus dem Vergabeverfahren zurückzuführen sind, zu berücksichtigen sind und die in der Angebotskalkulation angesetzten Beschaffungskosten keine Rolle spielen – die Kalkulation also nicht zur Geschäftsgrundlage wird -, wurden auch hier grundlegende Vorgaben gemacht. Durch die Entscheidung, dass bei schlüssiger Darlegung, dass bei geplantem Bauablauf Nachunternehmerleistungen zu anderen Preisen eingekauft hätten werden können, diese maßgebend sein sollen, ist ein weiterer bislang strittiger Sachverhalt aufgelöst worden.

Nunmehr besteht die baubetriebliche Schwierigkeit hauptsächlich in der Aufschlüsselung der tatsächlichen (Mehr) Kosten in einen Anteil aus der Vergabeverzögerung und in einen Anteil aus den oftmals weiteren Bauzeitverlängerungen. Es wird daher eine Transformation der tatsächlichen Kosten auf Kosten, wie sie in einem hypothetischen und nur durch die Vergabeverzögerungen und durch die damit einhergehenden Sekundärverzögerungen geänderten Bauablauf entstanden wären, notwendig.

Wir beraten und unterstützen Sie in jedem Stadium, erstellen Ausarbeitungen und fertigen aber auch Prüfberichte an:

  • Erarbeitung eines hypothetischen Bauablaufs, der sich unter Berücksichtigung sämtlicher Auswirkungen aus der verzögerten Vergabeentscheidung eingestellt hat
  • Ermittlung des tatsächlichen Bauablaufs
  • Abgleich beider Bauabläufe in Bezug auf die Beauftragung bzw. Auslösung von Teilleistungen
  • Transformation tatsächlicher Kosten auf den hypothetischen Bauablauf
  • Bestimmung der Mehr- und Minderkosten in Folge der Vergabeverzögerung aus der Differenz der Kosten im hypothetischen und im geplanten Bauablauf.