Die LHR GmbH & Co. KG besteht seit über 30 Jahren als Ingenieur‑ und Sachverständigenbüro für Bauwirtschaft und Baubetrieb. Schon seit 15 Jahren gehört Geschäftsleiter Christian Becks zum Team und hat die Entwicklung des Unternehmens und der Branche aus nächster Nähe miterlebt. Im Interview spricht er über Einstieg und Werdegang, prägende Projekte, Veränderungen im Arbeitsalltag und darüber, was LHR für ihn ausmacht.
Vor Kurzem war dein 15-jähriges Jubiläum bei der LHR. Wie würdest du heute deine Arbeit und die Arbeit des Unternehmens beschreiben?
Mein Alltag ist sehr abwechslungsreich: operatives Projektgeschäft, fachliche und disziplinarische Führung von Mitarbeitenden, Vertrieb, Organisation und die Betreuung unserer Kundinnen und Kunden. Wir begleiten viele komplexe und große Projekte – das macht die Arbeit anspruchsvoll und spannend.
Wie hat es dich ursprünglich zur LHR verschlagen?
Nach dem Abitur war ich bei der Bundeswehr, habe dann die Ausbildung zum Bauzeichner gemacht und fast 15 Jahre im Tragwerksplanungsbüro meines Vaters gearbeitet. Ab 2003 habe ich dann parallel zum Berufsleben Bauingenieurwesen studiert, mit Schwerpunkt Bauwirtschaft.
Mein damaliger Professor und Gründer von LHR, Prof. Lang, hat mich zum Ende des Studiums zweimal gefragt, ob ich bei der LHR anfangen möchte – nach dem zweiten Mal dachte ich: „Ein drittes Mal fragt er vielleicht nicht mehr, das höre ich mir mal an.“ Dann habe ich zugesagt und nun sind es bereits 15 Jahre.
2015 begannen dann erste Gespräche zur Nachfolge, 2018 wurde ich dann Teil der Geschäftsleitung. 2021 folgte die Übernahme der LHR durch die Dr. van de Sandt und Stollner Beteiligungs GmbH.
Wenn du auf diese 15 Jahre zurückblickst: Was hat sich am stärksten verändert?
Die Übernahme 2021, eine große Veränderung an sich, und die Corona‑Zeit haben die Digitalisierung enorm beschleunigt. Wir sind heute wesentlich unabhängiger von lokaler IT‑Infrastruktur, Termine laufen einfacher, und wir sparen viel Reisezeit, weil vieles online funktioniert. Das hat unseren Alltag flexibler gemacht. Auch die Baubranche selbst arbeitet heute deutlich digitaler – Prozesse, Dokumentation, Terminplanung. Vieles hat sich professionalisiert und beschleunigt.
Gibt es ein Projekt, das für dich besonders heraussticht?
Es gab viele schöne Momente. Einer, der heraussticht, ist definitiv ein großes Schiedsgerichtsverfahren mit einem Streitwert weit über 100 Millionen Euro. Das war ein langes, intensives Projekt im Offshore‑ und Energiesektor. Es wurde damals sogar ein physisches Modell der Werft und Bauteile nachgebaut. Solche Projekte zeigen, wie komplex Bau- und Anlagenbauvorhaben sein können und was im Team, vor allem auch in Zusammenarbeit mit unseren Mandanten und den Juristen, möglich ist.
Worauf freust du dich in den kommenden Jahren?
Dass unsere Gesellschaften weiter zusammenwachsen. Wir teilen Kompetenzen heute viel stärker: ENLITE (Beratung und Projektmanagement für die Energiewirtschaft), GROPAS (Projektsteuerung sowie Termin‑ und Kostenmanagement) und LHR (gutachterliche Expertise und baubetriebliches Know‑how). Durch dieses Zusammenspiel können wir Kundinnen und Kunden gemeinschaftlich unterstützen und gewinnen mehr Raum für Aufgaben, die früher zu kurz kamen.
Auf das Berufsleben und die Baubranche bezogen, wünsche ich mir für die nächsten Jahre etwas Entschleunigung und wieder mehr Verbindlichkeit im Alltag.
Wenn du deinem „Ich am ersten Tag“ einen Tipp geben könntest – welcher wäre das?
Früh und offen kommunizieren. Positives wie Negatives und unabhängig vom Gegenüber. Das macht vieles einfacher: Probleme können frühzeitig aus der Welt geschafft werden und alle fühlen sich mehr wertgeschätzt.
Und nun privat – was ist für dich ein guter Ausgleich zur Projektarbeit?
Draußensein: Laufen, Radfahren, Wandern. Einfach die Natur genießen. Und eigentlich würde ich gern wieder mehr lesen, aber dafür bleibt im Moment zu wenig Gelegenheit.
Herzlichen Glückwunsch zu 15 Jahren LHR, Christian Becks.
Wir danken dir für deinen Beitrag, dein Engagement und die vielen gemeinsamen Jahre – und freuen uns auf die kommenden.



